Die KomfortzoneGewohnheiten zu ändern, hört sich in der Theorie immer schön easy an. In der Realität sieht das Ganze etwas anders aus. Jeder der schon einmal versucht hat, Veränderung in sein Leben zu bringen, weiß, dass es eine besondere Schwierigkeit damit gibt: Es fühlt sich nicht gerade bequem. Ganz im Gegenteil. Teilweise fühlen wir uns nicht nur unbequem, sondern stehen mitunter zahlreiche Ängste aus, wenn wir ein neues Vorhaben beginnen. Hier nur einige Gedanken, die sich z.B. breit machen können:

Was werden meine Freunde/meine Familie von mir denken?
– Kann ich das überhaupt schaffen?
– Blamiere ich mich damit nicht nur?
– Bin ich nicht zu alt/zu jung für so etwas?
– Was, wenn ich mein Ziel nicht erreiche?
– Ich kann das nicht tun, weil…
– Ich bin doch gar nicht selbstbewusst/fit/schlank/kompetent/jung/flexibel/… genug um, so etwas zu bewerkstelligen.

 

Statt sich diesen Zweifeln und Ängsten zu stellen, ist es leichter, unser Vorhaben erst gar nicht zu beginnen bzw. nicht mehr voranzutreiben. Und tatsächlich brechen an diesem Punkt auch viele Leute ab.

Wenn wir eine neue Gewohnheit beginnen, müssen wir uns dessen bewusst sein, dass während dieses Prozesses auch unangenehme und unbequeme Gefühle aufkommen werden. Es wird nicht bequem sein, eine halbe Stunde früher aufzustehen, um joggen zu gehen. Es wird auch nicht bequem sein, neue Rezepte zu lernen, statt auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Genauso wie es nicht bequem sein wird, abends in der Kneipe der einzige zu sein, der auf sein Bier verzichtet und lieber zu einer Apfelschorle greift.

Viele versuchen um dieses Gefühl der Unbequemlichkeit herumzukommen. Aber das ist weder möglich, noch ist es besonders wünschenswert.

Schließlich zeigt uns genau dieses Gefühl an, wo wir noch Wachstumspotenzial haben und wo uns eine Herausforderung gut tut. Es ist das Gefühl, das entsteht, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.

Als Komfortzone bezeichnen wir den Bereich in unserem Leben, der für uns zur Normalität geworden ist oder der sich generell bequem für uns anfühlt. Das heißt, innerhalb unserer Komfortzone befinden sich z.B.
– alle unseren aktuellen Gewohnheiten und Verhaltensweisen
– all die Orte, an denen wir uns regelmäßig befinden
– die Beziehungen, die für uns zur Normalität geworden sind
– die finanzielle Situation, in der wir uns die meiste Zeit befinden
– das Essen, was wir normalerweise essen
– die Kultur, die wir in der Regel konsumieren
– die Anzahl von Liegestützen, die wir momentan schaffen

Das Problem mit der Komfortzone: Bleiben wir zu lange drin, verändert sich auch nichts mehr in unserem Leben. Unsere Motivation und unsere Lebensfreude nimmt so auf Dauer ab und viele unsere Lebensbereiche schlafen ein. Inklusive unserer Gesundheit natürlich: Wer jeden Tag nur 5 Liegestütze macht und nie mehr, wird auch nicht mehr stärker werden.

Das Tolle an unserer Komfortzone: Wir können sie ausweiten. Jedes Mal, wenn wir ein neues Verhalten erlernen und damit beginnen, es uns zur Gewohnheit zu machen, schleusen wir es quasi nach und nach in unsere Komfortzone mit ein. Irgendwann ist dann die komplette Verhaltensweise in der Komfortzone angelangt und wir hören damit auf, das Verhalten als “unbequem” zu empfinden. Es ist dann für uns zur Normalität geworden.

Anstatt uns also an der Komfortzone vorbeischleichen zu wollen, macht es mehr Sinn, sie genau unter die Lupe zu nehmen: Welche Verhaltensweisen fühlen sich unbequem an/machen uns Angst/generieren Zweifel in uns? Hier ist die Chance für Persönlichkeitswachstum! Spüre deine Angst/deinen Zweifel/das unbequeme Gefühl und entscheide Dich dann trotzdem, Deinen Plänen zu folgen. Nur mit dieser Haltung wirst Du es schaffen, Dein Leben auch langfristig zu verändern.

Aufgabe: Welche Aufgaben schiebst Du vor dir her, die sich außerhalb Deiner Komfortzone befinden? Erledige heute eine dieser Aufgaben! Wie fühlst Du Dich danach?

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Odilia Wegener

Odilia ist Gesundheitscoach und widmet ihre Arbeit dem Erblühen der Lebenskräfte. Über die letzten Jahre hat sie sich ein großes Wissen über gesunde Gewohnheiten angeeignet und teilt sie hier auf ihrem Blog.
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