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Propriozeptives TrainingWenn man das Wort Training hört, denkt man oft an Krafttraining oder Ausdauertraining. Dabei sind das nicht die einzigen Trainingsarten, die unseren Körper fit halten. Neben unserer Kraft und unserer Ausdauer, ist es auch wichtig, dass wir unsere Koordination trainieren. Das passiert bei normalem Fitnessstudiotraining aber nur bedingt.

Für unsere Koordinationen sind nicht nur unsere Augen und unser Gleichgewichtssinn im Ohr verantwortlich, sondern auch die sogenannten Propriozeptoren. Dies sind Rezeptoren, die sich an den Muskeln, den Sehnen, den Gelenken und in der Haut befinden. Je nach Rezeptorart (es gibt sechs verschiedene), reagieren diese z.B. auf Druck, Zug, Spannungsentwicklung, Dehnung und Kontraktion der Muskulatur, Bewegungsgeschwindigkeit und Gewebeschädigungen.

Indem die Propriozeptoren diese Informationen weitergeben, sorgen sie dafür, dass unser Körper im richtigen Moment mit der richtigen körperlichen Aktion reagieren kann. Unter anderem sind die Propriozeptoren dafür verantwortlich, uns vor Stürzen zu schützen bzw. helfen uns im Sturz uns entsprechend abzufangen. Durch verschiedene Studien wurde mittlerweile belegt, dass Menschen, die propriozeptives Training in ihren Alltag einbauen ein um 25% geringeres Sturzrisiko haben. Besonders bedeutsam ist das für Senioren, bei denen das Risiko, sich bei Stürzen zu verletzen, besonders hoch ist.

Doch auch verletzten jüngeren Menschen, wird oft propriozeptives Training verschrieben: Bei einer Verletzung, werden die Propriozeptoren im betroffenen Bereich funktionsunfähig. Daher müssen die noch vorhandenen Rezptoren so trainiert werden, dass sie die notwendigen Aufgaben übernehmen können. Auch jüngere Menschen profitieren von vorbeugendem Training: Wer regelmäßig trainiert, erholt sich deutlich schneller von Verletzungen.

Wie sieht propriozeptives Training genau aus?

Propriozeptives Training kann viele Formen annehmen. Wer normales Fitnessstraining macht, kann propriozeptives Training einbauen, indem er Übungen beispielsweise auf nur einem Bein, mit geschlossenen Augen oder auf einem instabilen Untergrund (z.B. einer Weichbodenmatte) ausführt. Darüber sind viele Ballsportarten eine gute Art, seine propriozeptive Koordination zu trainieren. Wer gerne läuft, sollte nicht nur auf Asphalt, sondern auch über Gelände laufen – also wortwörtlich über Stock und Stein. Generell hilft alles, was uns über unsere Alltagsbewegungen hinausgeht und ein wenig Koordination erfordert. Je komplexer die Bewegung, desto besser. Um effektiv zu sein, muss das Training nicht lange dauern. Bereits 20 Minuten pro Woche können zu deutlichen Verbesserungen führen und damit vorbeugend wirken.

Zusammenfassung: Propriozeptives Training ist ein Koordinationstraining, das die sogenannten Propriozeptoren trainiert. Dies sind Rezeptoren an Muskeln, Sehnen, Gelenken und Haut, die unter anderem auf Druck, Zug, Spannnung, Dehnung und Bewegungsgeschwindigkeit reagieren. Wer diese durch Koordinationstraining effektiv trainiert, beugt Stürzen vor und sorgt dafür, dass er sich im Falle einer Verletzung schneller wieder erholt. Pripriozeptives Training kann in das normale Training eingebaut werden, indem man man z.B. Übungen auf nur einem Bein, mit geschlossenen Augen oder auf einem instabilen Untergrund ausführt. Auch Ballsportarten oder Geländeläufe sind ein gutes Training.

Aufgabe: Beziehst Du propriozeptives Training in Dein normales Training mit ein? Falls nicht, trainiere Deine Propriozeptoren diese Woche mindestens 10 Minuten!

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