AllergienWer niest, hat nicht immer gleich einen Schnupfen. In manchen Fällen kann es auch eine Allergie sein. Diese wird durch eine gestörte Körperabwehr verursacht. Deutsche leiden am häufigsten unter Heuschnupfen. Doch wie unterscheidet man einen Heuschnupfen von einer Erkältung?

Umgangsprachlich reagieren manche allergisch auf Volksmusik oder Nervensägen. Andere haben „echte“ Allergien gegen Pollen, Staub oder Tierhaare. Das sind an sich harmlose Substanzen – für die meisten von uns. Das Immunsystem von Allergikern reagiert dann jedoch über. In dem Sinne schießt die eigene Immunabwehr unnötig scharf. Statt krankmachende Viren abzuwehren, werden ungefährliche Stoffe angegriffen.

Wie die Immunabwehr funktioniert

Normalerweise prüft das Immunsystem jeden körperfremden Stoff, den wir durch das Essen, durch die Luft oder über die Haut aufnehmen. Sobald es sich um gesundheitsgefährdende Substanzen handelt, werden Fresszellen und Antikörper mobil. Bei einer Allergie kommen allerdings zu viele Antikörper vor. Diese hatten sich bereits beim ersten Kontakt gebildet. Das führt zu einer Überempfindlichkeit gegen spezifische Stoffe. Allerdings erkranken nicht alle Sensibilisierten an Allergien.

Allergiesymptome: Wenn die Nase läuft und die Augen jucken.

Das Immunsystem von allergiekranken Menschen erinnert sich an die jeweiligen Auslöser und schüttet daraufhin Histamin aus. Dadurch werden die Allergiesymptome ausgelöst. Typisch sind Schnupfen, Niesen, entzündete Bindehäute, Anschwellung der Schleimhaut, Husten, Hautausschlag, Jucken oder etwas seltener die Atemnot.

Zu den häufigsten Allergiesymptome gehören das Niesen, eine verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen. Das sind typische Anzeichen für den Heuschnupfen. Dieser wird durch Pollen von blühenden Sträuchern, Getreide, Gräsern oder Bäumen hervorgerufen. Ein dauerhafter Schnupfen lässt eine Allergie gegen Milbenkot oder Hausstaub vermuten.

Das allergische Asthma betrifft immerhin 20 Prozent aller Asthmatiker. Bleibt dies unbehandelt, dann verschlimmert sich die Krankheit.

Eine Nahrungsmittelallergie zeigt sich oft in der geschwollenen Mundschleimhaut, an Hautekzemen oder in Störungen im Magen-Darm-Bereich. Seltener tritt Asthma auf.

Kontaktallergien lassen oft auf sich warten. Ekzeme, Rötungen, Schwellungen oder Bläschen zeigen sich häufig erst nach ein bis drei Tagen. Quaddeln sind weißlich-rötliche Flecken, die stark jucken und sich über den ganzen Körper ausbreiten können.

Das Gift der Wespen und Bienen enthält stark allergisierende Stoffe und kann schlimmstenfalls zu einem allergischen Schock mit Todesfolge führen.

Welche Stoffe können Allergien auslösen?

Man kennt etwa 20.000 verschiedene Auslöser. Dennoch gibt es eine „Top 6“ an allergieauslösenden Stoffen. Die Pollen führen diese Liste an und sind für Heuschnupfen verantwortlich. Die nächsten Ränge belegen:

− die Milben,

− tierische Hautschuppen,

− Mehl,

− Hausstaub oder

− chemische Stoffe. Diese können sowohl in Lacken oder Reinigungsmitteln als auch in Pflegemitteln für den Körper vorkommen.

Kosmetika, Metalle, Gummi und andere Materialien lösen bei manchen Hautreaktionen hervor. Aber auch Hitze, Sonnenlicht oder Kälte können Hautstörungen verursachen. Zudem gibt es eine Vielzahl an berufsbedingten Allergien, denen man inzwischen mit vorbeugenden Gesundheitsschutz begegnet. Dazu gehört beispielsweise die Latexallergie.

Darüber hinaus existieren noch ernährungsbedingte Allergien. Demzufolge können bestimmte Nahrungsmittel Reaktionen hervorrufen.

Wer ist von Allergien eher betroffen?

Allergien werden heutzutage als Zivilisationskrankheit bezeichnet. Moderne Lebensgewohnheiten und ungesunde Ernährungsweisen spielen eine große Rolle. Klar ist allerdings, dass Allergien vererbt werden. Wenn beide Eltern unter Heuschnupfen leiden, dann wird das Kind auch sehr wahrscheinlich zur Gruppe der Allergiker gehören. Trotzdem sind wir dem nicht einfach so ausgeliefert. Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass der Geburtstermin über das Heuschnupfenrisiko mit entscheidet. Im Sommer Geborene klagen nämlich häufiger über die Pollenunverträglichkeit als die „Herbstlinge“. Wer sein Kind bis zum sechsten Monat stillt, senkt nochmals das Allergierisiko.

Wie erkennt man, ob es wirklich eine Allergie ist?

Am besten ist, die Auslöser zu meiden. Dafür musst Du aber wissen, worauf dein Körper ansprichst. Der Pricktest zeigt, inwiefern die Haut des Patienten auf bestimmte Stoffe reagiert. Ferner gibt es Allergiepflaster, die tageweise auf der Stelle verbleiben. Anhand von Blutproben oder eines Provokationstests kommt der Arzt den Übeltätern auf die Spur.

Mögliche Allergiebehandlung

Insbesondere Nahrungsmittelallergien zwingen den Erkrankten zu einer Diät. Damit kannst Du die auslösenden Stoffe umgehen. Bekannt sind auch Kreuzallergien. So reagieren Pollenallergiker beispielsweise auf Äpfel oder Tomaten. In diesen Fällen sollten diese Lebensmittel aus dem Menüplan gestrichen werden.

A und O sind vorbeugende Maßnahmen. Bei Heuschnupfen empfiehlt es sich, Spaziergänge nach dem Regen einzuplanen, von 6 bis 8 Uhr morgens zu lüften oder Pollenfenstergitter einzubauen. Wer übermäßig auf Hausstaub oder Milbenkot reagiert, kann spezielle Bezüge und Bettzeug verwenden, mit 60 Grad waschen und auf Staubfänger verzichten.

Der Arzt rät häufig zu einer einer Immunisierung oder Hyposensibilisierung. Damit werden Medikamente in der Haupallergiesaison unnötig. Neben Tabletten gibt es auch auch Nasen- und Augentropfen. Cortison hilft bei Hautbeschwerden und wird auch bei Asthma eingesetzt. Sobald der Heuschnupfen unbehandelt bleibt, können sich die Allergiesymptome verschlimmern. Manchmal endet eine Krankengeschichte mit einem dauerhaften Asthma.

Neben schulmedizinischen Maßnahmen existieren Naturpräparate und einige homöopathische Behandlungsmethoden, wie Akupunktur oder Eigenblutbehandlung.

Aufgabe: Wenn Du genau darauf achtest, wird dir schnell auffallen, wie dein Körper auf Lebensmittel und andere Stoffe reagiert. Bekommst du einen Ausschlag um den Mund, wenn du eine Orange verzehrst? Tränen deine Augen, wenn du im Sommer auf einer Wiese liegst? Notiere deine Erfahrungen und suche einen Arzt auf, der dich daraufhin untersuchen kann. Er kann feststellen, ob es Allergiesymptome sind und du tatsächlich Allergien hast.

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Odilia Wegener

Odilia ist Gesundheitscoach und widmet ihre Arbeit dem Erblühen der Lebenskräfte. Über die letzten Jahre hat sie sich ein großes Wissen über gesunde Gewohnheiten angeeignet und teilt sie hier auf ihrem Blog.
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