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Einer der Hauptursachen für Stress ist das Gefühl, überfordert zu sein. Es entsteht z.B., wenn man zu viel zu tun hat, wenn besonders schwierige Aufgaben anstehen oder in emotionalen Ausnahmesituationen. Das Gefühl der Überforderung führt häufig zu Stillstand – und dieser wieder zu neuer Überforderung: Denn mit vorbeistreichender Zeit werden die Aufgaben oft dringender. Ideal wäre es also, diesen Prozess zu unterbrechen und sich wieder so zu fühlen, als hätte man alles unter Kontrolle. Doch wie können wir diesen Zustand erreichen?

Ordnung

Überforderung – egal welcher Art – gesellt sich gerne mit Verwirrung. Was wir also zuerst machen müssen, ist Klarheit zu schaffen. Und da sich der Geist nicht so einfach aufräumen lässt, ist es sinnvoll, erst einmal mit unserer Umwelt zu beginnen: Eine Aufräumaktion ist angesagt. Wer sich am Schreibtisch beim Arbeiten befindet, kann sich diesen vornehmen. Wer sich zuhause befindet, kümmert sich um die Zimmer, in denen man sich am meisten aufhält. Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, ein neues Ordnungssystem zu schaffen, sein Haus zu entrümpeln oder einen gründlichen Wohnungsputz zu machen. Ziel ist es nicht, sich über Stunden mit dem Aufräumen und Putzen aufzuhalten, sondern vielleicht 20 – 60 Minuten (je nach Ordnungszustand) zu investieren, um Ordnung und damit geistige Klarheit und Ruhe zu schaffen. Ist dies erledigt, fühlt man sich in der Regel schon besser und “geordneter”.

To Do Listen

Doch dies ist erst der Anfang. Wer die Kontrolle über die eigene physische Umgebung hergestellt hat, muss die Kontrolle über seine Zeit wiederherstellen. Dazu gehört es, sich damit zu befassen, welche Aufgaben wann zu erledigen sind und welche Termine noch anstehen. Sinnvoll ist es daher, sich eine To Do Liste zuzulegen, falls man noch keine besitzt, bzw. die bisherige Liste aufzufrischen und neu zu ordnen. Ein sehr einfaches To-Do-Listen-System bietet Michael Linenberger’s “Master Your Workday Now”. Der Vorteil an diesem System: Die Anzahl der Aufgaben wird begrenzt – das bedeutet, die Liste wird kleiner und weniger überfordernd. Hilfreich kann es sein, die einzelnen Aufgabe zeitlich einzuschätzen (wie viel Zeit braucht die Aufgabe?). Dann kannst Du leichter abschätzen, wie viel “Stress” Du in der nächstem Zeit tatsächlich hast und ob es auch möglich ist, manche Sachen langsamer angehen zu lasen.

Zeit für Entspannnung

Aber nicht nur die Arbeit muss unter Kontrolle gebracht werden, sondern auch Geist und Emotionen. Wichtig ist daher, dass Du immer wieder Zeit hast, Dich zu entspannen und die überfordernden Gefühle abzubauen. Setze also Zeitpunkte fest, zu denen Du Dich entspannnen darfst. Dabei ist es sinnvoll, diese Zeit langsam angehen zu lassen und den Geist auch tatsächlich etwas ruhen zu lassen. Statt sich also einen Abend vor den Fernseher zu setzen, ist es besser, spazieren zu gehen und danach ein langes Bad zu nehmen. Aber auch eine Mediations- oder Yogaroutine kann helfen. Hier ist es wichtig, auf die eigenen Gefühle zu achten und zu spüren, welche Aktivitäten beim Entspannen helfen und welche nicht. Das kann nämlich durchaus individuell und situationsbedingt unterschiedlich sein.

Man hat nie alles unter Kontrolle

Zu guter Letzt muss dies noch gesagt werden: Man kann nie alles unter Kontrolle bringen. Dazu ist das Leben einfach zu dynamisch. Das einzige, was wir kontrollieren können, sind unsere eigenen Gedanken, Gefühlszustände und Taten. Wir können also niemals alles kontrollieren. Unsere Aufgabe ist es also, zu lernen, uns nicht überfordert zu fühlen. Diese Fähigkeit hilft uns dann nicht nur auf der Arbeit, sondern auch überall sonst im Leben.

Aufgabe: Fühlst Du Dich überfordert? Gehe durch den oben aufgeführten Prozess, um Deine Kontrolle wiederherzustellen!

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Odilia Wegener

Odilia ist Gesundheitscoach und widmet ihre Arbeit dem Erblühen der Lebenskräfte. Über die letzten Jahre hat sie sich ein großes Wissen über gesunde Gewohnheiten angeeignet und teilt sie hier auf ihrem Blog.

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